Die Hütte im Wald....

 


Denkst Du Dich geschlagen, so bist Du geschlagen,

wagst Du nicht zu wagen, so wirst Du nichts wagen

Wünscht Du Dir Gewinn und denkst nichts zu gewinnen,

wird auch der sichere Sieg Dir noch entrinnen.

 

Denkst Du zu verlieren, so bist Du verloren,

wird doch die Welt aus dem Willen geboren,

wird Tat zu Erfolg, vom Menschen gemeistert,

dem immer der Geist zum Tun begeistert.

 

Denkst Du nicht anders zu sein, als die Vielen?

Nur wer hinauf zu erhabenen Zielen

denkt, wer Großes liebt, kann zur Höhe gelangen

und wird den Preis ungemindert empfangen.

 

Denkst Du Dir Siege als Gipfel des Lebens?

Oft siegen Starke und Schnelle vergebens.

Mühelos aber vollendet der Mann,

der denkt, was er will und will was er kann.

 

Deine Mutti, 15.06.1969

 


 

So steht's in meinem Poesiealbum und es ist eine perfekte Beschreibung der Lebenseinstellung meiner Mutter. Sie hat fast immer bekommen, was sie wollte, wenn auch manchmal anders, als sie es sich erst vorgestellt hatte und sie "konnte es".

Wenn ich das heute lese, fühlt sich das an, wie eine starke Wand, die mich hält, die nicht umkippt, wenn ich mich dagegen lehne.....

Das war meine Mutter. Sie war stark und hat mich NIEMALS im Stich gelassen. 

Sie war nicht liebevoll und kuschelig, aber sie war da, präsent - und grundehrlich.  

Bis zum Schluss.

Sie lebt in uns weiter in meinem Bruder und mir.  

 

 

 

 

Sie hat sich nie vor irgendwelchen Autoritäten gebeugt. Sie verabscheute Gruppen, wo sie nicht der Chef war. Und sie war  immer der Boss in ihrem beruflichen und privatem Leben.

Sie glaubte an sich .. an die individuelle Freiheit. 

Sie hatte das Glück in einer Zeit zu leben - als Erwachsene - in der diese Werte hoch angesehen waren. Wo Selbstverwirklichung an erster Stelle stand. Wo sich Deutschland im wirtschaftlichen Aufschwung befand und sogar ein Willi Brandt, kein linkes Gelaber von sich gab und die SPD wählbar war.

Deutschland - die BRD, war der Gegenpol zur DDR. Es wurde von der USA unterstützt. Wir hatten Vorbildfunktion...."schaut, was wir geschafft haben und wie beschissen es den Menschen in dem sozialistischen System DDR geht".

Ja, das war eine gute Zeit für die meisten Menschen...in diesem Land.

Obwohl wir Kinder von außen schon indoktriniert wurden......gemeinschaftlich zu denken, Teamgeist bla blubber.....sogar in der Waldorfschule, wenn vielleicht auch nicht in dem Maße wie in staatlichen Schulen. Denn unser individuelle Weg stand an erster Stelle und dann kam ganz lange nichts.....und dann vielleicht die anderen.

Natürlich waren meine Eltern auch in Vereinen und hatten "soziale Kontakte", aber meine Mutter nur in dem Maß, dass sie ganz oben stand. War das nicht der Fall, wurde die Gruppe verlassen und abgewertet.

Ich habe ihre Einstellung übernommen und habe mir einen Partner gesucht (und bin von ihm gefunden worden), der auch so gedacht hat. 

 



 

 

Der Unterschied von meinem Partner und meiner Mutter war und das gilt auch für mich - wir lebten in einer Zeit, wo die Werte sich in Deutschland schon stark verschoben hatten.

Individualität geriet immer mehr in den Hintergrund. 

Nach dem Fall der Mauer ging Deutschland  vollends den Bach runter. 

Wir hatten danach Jahrzehnte lang eine Bundeskanzelerin, die aus der ehemaligen DDR kam und unser System genau in diese Richtung lenkte. Sie machte mit ihrer Politik alles kaputt. Die USA unterstützte uns schon lange nicht mehr. Aus einem paradiesischen Vorzeigeland, wo die Freiheit des einzelnen einen hohen Wert hatte, wurde ein Land, wo  der einzelne Mensch NICHTS mehr zählt. Weder seine Meinung, noch sein WILLE, noch seine Freiheit. 

Wir konnten gar keine Sieger mehr werden, mit unserer Einstellung. Wir wurden Geächtete. 

Ich würde sagen, auch für Homer lief es bis ca. 1998 noch ganz moderat in seinem Berufsleben. Aber nach dem Fall der Mauer - Schröder - die Grünen - Merkel - da war es vorbei. (Siehe auch "Vor meiner Zeit")

Aus "ich schaffe das", wurde ein "wir schaffen das". Und das was uns aufoktroyiert wurde, das was "wir" schaffen sollten, war Deutschlands und letztendlich Europas Untergang.

Wir gehörten nicht zu Merkels "Wir".

Auch für meine Eltern war es nach der Wende vorbei mit der "guten Zeit". Wobei  sie hatten ihre "Schäfchen" trotzdem im Trockenem, nach den vielen guten Jahren.

Im Gegensatz zu uns, die wir nicht mehr die Chance bekamen, uns so etwas aufzubauen.

Wir waren/sind diesem System ausgeliefert und wurden "Outlaws" mit unserer höchsten Motivation nach individueller Freiheit, Unabhängigkeit und nicht zu den "Vielen" zu gehören....

Als meine Mutter 2019 starb stürzte ein starker Pfeiler, der uns Halt gab, für uns ein. 

Homer empfand das fast stärker als ich, denn ich hatte den lebenslangen Background den meine Mutter mir hinterlassen hat, aber Homer hatte das "nur" 13 Jahre erlebt. Eine Mutter, wo er ok war, wo sein Streben nach Freiheit, Gerechtigkeit und Ehrlichkeit, gewürdigt und anerkannt wurde.

Das hatte er in seiner eigenen Familie nie erlebt. Da erlebte er sich von Anfang an als "falsch" und nicht erwünscht. So dass er sich ein eigenes Konstrukt der Wirklichkeit aufbaute, was ihm die "Narzissmuss-Diagnose" später einbrachte. Also, wieder keine Anerkennung von der "Gesellschaft" und ihren Handlanger...(Psychiater u.ä.) (siehr auch "Diagnosen...usw")

Meine Mutter war, genau wie Homer, auch absolut verlässlich. Jeden Tag gab' es zur gleichen Zeit Mittagessen, die Tage waren genau strukturiert, die Ziele klar - individuelle Freiheit als Erwachsene zu erlangen. Wenn meine Mutter etwas sagte, dann passierte es auch so. Nie versprach sie etwas, was sie nicht halten konnte. (Leider im Gegensatz zu meinem Vaters, der den Hang dazu hatte, viel zu versprechen, was er gar nicht halten konnte. Aber auch er revidierte seine Ziele später und passte sie den Zielen meiner Mutter an, die ja auch in der Regel vernünftiger waren).

Homer war genauso. Er war nüchtern und klar. Er versprach mir nicht den "Himmel auf Erden", obwohl er es dann mit ihm für mich wurde. 

Er blieb auf dem Teppich und holte mich  wieder runter, wenn ich in kreativen Höhenflügen alla meinem Vater schwebte, von dem wir (auch mein Bruder) viel mitbekommen haben. Wobei auch Homer sehr kreativ war und grade schriftlich wunderbar höhenflugartig sich ausdrücken konnte. Trotzdem war er von uns beiden der Vernünftigere....

Grundsätzlich zählte für meine Mutter absolute Loyalität uns gegenüber - der Familie. Sie war nie falsch oder trieb Spielchen mit uns. Wenn sie was zu sagen hatte, sagte sie es ohne bescheuerte Strafaktionen. Sie hatte ja auch meistens Recht. So dass es zwar hart war manchmal, was sie sagte, aber wir konnten uns darauf verlassen, dass sie richtig lag.

Trotz dieser Verlässlichkeit war meine Mutter auch sehr mutig. Manchmal etwas wagemutig, sie tat Dinge die sie in Gefahr bringen konnte. Aber sie hatte wohl einen Schutzengel. Sie sagte immer sie wäre ein Sonntagskind und darum hätte sie Glück im Leben. Da glaubte sie dran.

Ich fing mit ca. 10 Jahren an zu beten. Ich glaubte an Gott. Und mein Hauptgebet war es, jeden Abend, zu beten, dass niemand aus meiner Familie stirbt. Insbesondere meine Mutter nicht.

Das erste Mal bewusste Verlustangst spürte ich  mit ca.10 Jahren. 

Normalerweise wurden wir als Kinder nie allein gelassen von meiner Mutter. 

Im Gegensatz zu Homer der ja als kleines Kind von seinen Eltern im Bett gefesselt wurde, während sie bis 8 Stunden weg waren und ihn allein liessen. (Siehe "Der Lebenslauf meines Partners").

Wenn meine Eltern mal abends weg gingen, war immer meine Oma da oder wir dürften bei meinen Urgroßeltern übernachten, was für uns ein Event war, da mein Urgroßvater immer Überraschungen für uns hatte. Er schrieb für uns Geschichten oder bastelte etwas. Überhaupt das Haus meiner Urgroßeltern steckte voller geheimnisvoller hochinteressanter Dinge. Auf dem Dachboden gab' es Kisten mit Büchern - die ganzen Nesthäkchen- und Pucki-Bände von meiner Mutter...Ich verbrachte Stunden dort.

Auch als wir unseren Schrebergarten neben dem Haus meiner Urgroßeltern hatten, musste ich oft in den Garten gescheucht werden....aus dieser Dachkkammer.

Aber ich schweife grade ab...

Auf jeden Fall es muss ca. Neujahr gewesen sein, da waren meine Eltern spontan zu einer Feier eingeladen worden. Das war vorher auch schon passiert. 

Wir wohnten zu der Zeit in einer großen 6-Zimmer Altbauwohnung am Karl-Peters-Platz (heute umbenannt, interessiert mich aber nicht. Für mich ist und bleibt es der Karl-Peters-Platz...) in der Südstadt von Hannover.

Da wir - mein Bruder und ich und alt genug waren, liessen sie uns zu der Zeit auch mal alleine. Aber immer mit einer hinterlegten Telefon-Nr., wo wir sie erreichen konnten und uns wurde gesagt, wann sie wieder da waren. 

Zudem informierten sie ein junges Pärchen, das über uns wohnte und mit denen meine Eltern keinen Ärger hatten (den Leuten unter uns waren wir in jeder Mehrfamilienwohnung, wo wir lebten, immer zu laut) und die waren auch bereit mal nach uns zu schauen oder wir dürften auch zu denen, wenn irgendwas beängstigend war.

Wie man sieht, hatte meine Mutter immer für alle Eventualitäten vorgesorgt.

Wir nutzten die "sturmfreie Bude" damals um endlos Fernsehn zu gucken, was wir sonst nicht dürften. Das Wohnzimmer - wo der Fernseher stand - war auch schlecht abschliessbar, da es einerseits die normale Tür gab, sowie eine Schiebetür zum Esszimmer....

Wir dürften  bei meinen Eltern nur Samstags Fernsehn gucken - Daktari - Tarzan - Enterprise, diese Serien damals. 

Bei meiner Großmutter in Hildesheim, wo ich in den Ferien oft war, dürfte ich mehr schauen.....Wim Toelke, Salto Mortale, Bezaubernede Jeannie, Bonanza, Shiloh Ranch, um mal einiges zu nennen.........

Wenn mein Bruder und ich dann müde wurden gingen wir schlafen.

In dieser Nacht, kam mein Bruder um ca. 2.00 Uhr zu mir und sagte, dass unsere Eltern noch nicht da waren, obwohl sie um 23.00 Uhr zuhause sein wollten. Er konnte das noch nicht mit dem Telefonieren, also rief ich die hinterlegte Nummer an. Da meldete sich niemand und in mir stieg eine ungeheure Unruhe und Angst auf. Auch mein Bruder fing an zu weinen.

Das hatten wir so noch nicht erlebt. Wenn meine Eltern mal spontan weg waren, und wir allein blieben (wie gesagt, das passierte erst als ich schon so 10 Jahre alt war) waren sie morgens immer wieder da, wenn wir aufwachten.

Ich nahm meinen Bruder und wir gingen nach oben zu dem Pärchen. Wo wir nett empfangen wurden. Wir bekamen heisse Milch mit Honig...erinnere ich mich noch. Und auch sie versuchten die hinterlassene Telefon-Nr. zu erreichen.

Gegen 3.30 Uhr kamen meine Eltern endlich. Was waren wir erleichtert.

Ja, und unsere Angst war nicht unbegründet gewesen. Meine Eltern waren in Ricklingen eingeladen gewesen und hatten das Auto stehen gelassen. 

Zwischen dem Stadtteil Ricklingen in Hannover und der Südstadt, wo wir wohnten, liegt der berühmte Maschsee (darf ich wieder kein Foto posten, weil das so ein Denkmal ist) und der war zugefroren, aber noch nicht freigegeben.

Aber meine Eltern - wagemutig -  Regeln? die gelten doch für uns nicht - ja, manchmal leichtsinnig - interessierte das nicht. Sie gingen auf dünnen Eis quer über den Maschsee. Was sie auch in der Mitte bemerkten. Es knackte verdächtig. Sie bekamen Angst und sind dann ganz vorsichtig zum seitlichen Ufer gegangen mit ihrem Schutzengel. Das dauerte natürlich. Von da hatten sie noch einen ordentlichen Fußmarsch bis zur Südstadt zu bewältigen. Wo sie sich auch kein Taxi gerufen hatten oder keines vorbei fuhr und sie ihr Adrenalin abbauen mussten nach dem Schreck........

Erst zwei Wochen nach dieser gefährlichen Nachtwanderung meiner Eltern, wurde der Maschsee freigegeben und wir konnten einer unserer Lieblingsbeschäftigungen im Winter (zumindest meiner) nachgehen - nämlich Schlittschuh zu laufen. 

 


 

Der einzige Sport den ich gern gemacht habe......

Unser Weffi immer dabei...

 


Homer ist das gleich wieder aufgefallen, als wir damals unsere Familien-Dias guckten.

Er sagte lachend: "Meine Undine wieder - immer im Wasser - und im Winter auf dem Eis"...... (ich schrieb hier schon darüber: Undine  )

Ja, es stimmt, es gibt unzählige Fotos von mir irgendwie am oder im Wasser oder Schlittschuh laufend auf irgendwelchen vereisten Gewässern.

Obwohl ich erst recht spät richtig schwimmen gelernt habe....und immer Angst in sehr tiefen Gewässern hatte, wo ich nicht mehr stehen konnte.

Auf jeden Fall, seit dieser nächtlichen Wanderung meiner Eltern über den noch nicht freigegebenen Maschsee, betete ich jeden Abend, dass niemand stirbt aus meiner Familie.

Was nicht funktionierte.....denn noch während meiner Kindheit starb meine Urgroßmutter.

Und danach ging es weiter.....

Das war aber das einzige Mal, wo meine Mutter nicht zuverlässig zu dem Zeitpunkt wieder gekommen ist, wo sie es vorher gesagt hatte.

So, war Homer auch, der war immer pünktlich. Überpünktlich......

Im Gegensatz zu uns anderen....wobei, Homer es sehr schnell sah, dass ich oft die Zeit nicht richtig einschätzen konnte, die Dinge in Anspruch nahmen und ich das nicht aus Desinteresse an ihm bei mir mal vorkam, dass ich zu spät kam. 

Ich bemühte mich auch immer sehr darum pünktlich zu sein - zudem hatten wir vereinbart, dass ich anrufe, wenn ich merke es wird eng, dass er Bescheid wusste.

Das war für ihn wichtig, aufgrund seiner frühkindlichen Traumen, die er mit seinen Eltern überlebt hatte. (Siehe Lebenslauf meines Partners).

Das letzte Jahr 2018 auf Erden verlief für meinen Mutter und auch uns ruhiger als 2017.

Es gab 2018 einen Wechsel in der Heimleitung und wir wurden wieder mit dem normalen Respekt behandelt, den man erwarten darf. (Ich berichtete hier über die Probleme die wir im Laufe des Jahres 2017 mit der Heim- und Pflegeabteilungsleiterin - der Schreckschraube - hatten "Gaslighting").

Obwohl alles relativ gut lief, möchte ich an dieser Stelle trotzdem noch Kritik loswerden...denn, Fakt ist, wenn meine Mutter, uns - ja mich - nicht gehabt hätte, wäre sie in dem Heim nicht klar gekommen und verwahrlost geworden.

Niemand achtete darauf, was sie sich anzog. Wenn ich es nicht gewechselt hätte, wäre meine Mutter tagelang mit den selben Sachen rumgelaufen. Sie selbst erwartete von den Pflegern, dass ihr die Kleidung zurecht gelegt wurde, dass hatte auch der Pflegedienst im betreutem Wohnen gemacht, da meine Mutter klein war und in die oberen Fächer der Kleiderschränke nicht mehr hinkam. Sie verliess sich darauf, dass die schon das Richtige rauslegten. Aber ohne mich wäre sie da verlassen gewesen. 

Im kältesten Winter, wenn ich nicht da gewesen war, lief sie im sommerlichen Safari-Anzug herum. Und bei 30° mit ihrem Schafwollpullover aus Irland.

Ich sprach das manchmal an, aber ohne Erfolg. Die Pfleger sagten, ja, regeln wir, aber sie machten es nie.

Ebenso hätte meine Mutter ihre Kosmetika und Körperpflegemittel nie erhalten, wenn es uns nicht gegeben hätte und sie ganz allein in diesem Heim gewesen wäre.

Meine Mutter hatte hohe Ansprüche, was das anging - genau wie ich auch.

Sie hatte uns... -

Ich habe niemanden mehr und darum ist es auch wichtig, dass ich sterbe, bevor ich mich nicht mehr selbst versorgen kann.

Der Meinung war Homer auch. Ohne mich, hätte er sich sofort umgebracht. 

Und ich....ja ich kann es noch nicht. Ich fühle mich verpflichtet, alles was meine Eltern und ich im Laufe unseres Lebens an Dingen angesammelt haben, in gute Hände zu bringen.

Das weiss Homer, dass das mein Ziel war und ist. Da habe ich ja schon zu seinen Lebzeiten mit angefangen. 

Ich leide hier auf dieser Welt  jeden Tag, aber ICH WILL DAS SCHAFFEN - und ich weiss, das ich das auch kann. Ich verkaufe ja fast jeden Tag etwas oder schaffe es zum sozialen Kaufhaus, in den Bücherschrank usw.

Es soll NICHTS wahllos auf dem Müll landen. Und das wird es auch nicht. 

2018 war ein gutes Jahr - auch für Homer und mich. Darüber, über diese guten Jahre, werde ich hier noch einen Beitrag verfassen.

Es gab viele Feiern - Geburtstage, wir Angehörigen wurden im Jahr 2018 sogar zur Heimweihnachtsfeier eingeladen (was 2017 unterblieben war......ob aus Versehen, bezweifele ich...) und ich backte dafür "Oma Gretes" berühmten Apfelkuchen

Leider wurde es schon Anfang 2019 wieder kritisch.

Es gab wieder einen Wechsel in den Leitungen des Heimes. Dieses Mal wieder mutmaßlich Ukrainer, die jetzt das Ganze erneut übernahmen. Und schon Anfang Januar 2019 fingen die Probleme an.

Mit den Apothekenbestellungen haperte es wieder. Meine Mutter hatte eine Fungizidsalbe (gegen Fußpilz) verschrieben bekommen, ohne mein Wissen und ich bekam dann eine Mail von der neuen Pflegeabteilungsleitung, dass meine Mutter sich weigerte diese Salbe zu nehmen. Sie hätte Fußpilz und müsste diese Salbe nehmen.

Wir sahen uns die Füsse meiner Mutter an und stellten fest, dass diese sehr trocken waren, aber von Fußpilz sahen wir nichts. 

Meine Mutter wusste als Heilpraktikerin auch, wie ein Fußpilz aussieht. Zudem hätte sie diesen niemals mit einer handelsüblichen Fungizidsalbe behandelt, sondern mit Nystatin.

Vorsichtshalber hatte ich ihr eine Tube Multilind mitgebracht, was sie auch ihren Patienten verordnete bei Pilzerkrankungen, sowie eine große Dose Kokusöl, womit sie ihre Füsse eincremen konnte.

Ordnungsgemäß gab ich das auch den Pflegern bekannt, worauf von der neuen Leiterin verlangt wurde, dass das die Ärztin erst absegnen müsste - sogar das Kokusöl.........

Das Schlimme in der Zeit war, dass die Ärztin meiner Mutter, zu der Homer und ich auch gewechselt waren, längere Zeit im Urlaub war und erst im Februar 2019 wieder kam. 

Die Vertretung stellte sich erst einmal quer. Ich kam überhaupt nicht mit der klar. Ich gab aber nicht auf und schrieb ellenlange Mails.

Dann wurde es genehmigt.

Mutmaßlich wurde meine Mutter in der Zeit auch gegen Ihren ausdrücklichen Willen, von dieser ärztlichen Vertretung und auf Anordnung der neuen Heimleitung gegen Grippe geimpft. 

2018 bestanden Grippeimpfungen schon aus diesem gentechnischen Zeug. Genauso wie Tetanus-Impfungen seit 2015.....womit ich eine ganz schlechte Erfahrung seinerzeit gemacht hatte...und tagelang schlimmste Schmerzen danach hatte.

Meine Mutter hatte 2015 noch mit mir geschimpft, dass ich mich überhaupt  habe impfen lassen.

Sie hatte das in ihrer Patientenverfügung ausdrücklich verboten. Keine Impfungen.

Sie sagte mir, dass sie irgendwie gespritzt worden ist. Auf meine Nachfrage, bekam ich nie eine Antwort........Es gab auch keinen Impfausweis...nirgends.

Ebenso war ihr Diabetikerausweis verschwunden, denn aufgrund des Zustandes ihrer trockenen Füsse, fragte ich danach. Ich hatte ihm, als meine Mutter ins Heim eingezogen war, in der Pflegeabteilung abgegeben, wie es verlangt wurde. Meine Mutter hatte immer einmal im Monat Fußpflege deswegen bekommen, seit Jahren. Mit 60 wurde bei ihr Diabetis Typ 2 festgestellt.

Ich hatte auch gesehen, dass regelmäßig eine Fußpflegerin kam und dachte, das lief alles wie immer. Zumal das Heim ja eine eigene Fußpflege hatte, wie auch einen Friseur.

Als ich dann die Fußpflegerin darauf ansprach, stellte sich heraus, dass sie im Dezember 2018 nicht kommen konnte und dass sie auch G. seine Fußpflegerin war.

G. hatte meiner Mutter die ganze Zeit monatlich eine Fußpflege spendiert. Da ging nichts über die Krankenkasse vom Heim aus.  

Ich wollte G. natürlich das Geld zurückgeben, aber der wollte das partout nicht. Es wäre das einzige was er meiner Mutter an Luxus bieten konnte. Blumen würden welken und Essen gehen, war schwieriger geworden mit der Zeit, da beide relativ oft die Toilette aufsuchen mussten und darum nicht mehr gern ausgingen.

Ich verstand das. Und wir besprachen mit der Fußpflegerin, dass diese nun monatlich kam und wenn G. es nicht spendierte, sie mir die Rechnung schicken sollte.

Das war so weit dann erst einmal geklärt. Wobei die Vertretungsärztin sich weigert eine erneute Blutzuckeruntersuchung bei meiner Mutter zu machen, um einen neuen Diabetikerpass zu erstellen. Sie meinte, meine Mutter hätte keine Diabetis. Aber das ging ja nicht einfach weg. Und da meine Mutter keine Blasenentzündung mehr hatte, aber sie trotzdem relativ oft pinkeln musste, die Toilette aufsuchte, könnte das mit Diabetis zusammen gehangen haben und natürlich auch den Entwässerungstabletten, die ja auch G. nahm.

Im Februar 2019 schwoll das Bein meiner Mutter unten stark an und wurde blau. Es schmerzte sie auch. Wir meinten alle, das wäre eine Thrombose.

Nicht so das Pflegepersonal und die Vertretungsärztin. Die sprachen von einer "Sepsis".

Meiner Mutter wurden irgendwelche Antibiotika und Schmerzmittel verschrieben, die sie nachweislich gar nicht vertrug. Ich wurde gar nicht darüber informiert.

Sie bekam Novalgin Tropfen und Ibuprofen - beides vertrug sie nicht. Ebenso das Antibiotika was ihr gegeben wurde, kotzte sie gleich wieder aus. Ihr Körper wehrte sich gegen die Behandlung.

Sie rief mich um Hilfe. 

Und die Pfleger und die Vertretungsärztin mauerten.

Ich kämpfte wie eine Löwin mit Drohungen Rechtsanwälten usw.

Diese Vertretungsärztin machte mich am Telefon fertig und ich wehrte mich.

Erst als Mitte Februar 2019 die reguläre Hausärztin wieder da war, wurde meine Mutter wieder richtig ärztlich behandelt.

Da ich so aufgebracht war, wegen der Vertretungsärztin, hatte ich unserer regülären Hausärztin das  alles geschrieben und war der Überzeugung, jetzt habe ich mit dieser heftigen Kritik unsere (Homers und meine) hausärztliche Versorgung auch gefährdet.

ABER diese Haus-Ärztin rief mich an und wir machten einen Termin und REDETEN über den Konflikt. Sie hat mich nicht fallen lassen. Was ich nicht vergessen habe, denn solche Menschen gibt es sehr selten. Diese Ärztin hat meine volle Hochachtung. 

Wobei für meine Mutter war es mutmaßlich zu spät..............und sie starb am 17. März 2019.

Aus heutiger Sicht würde ich sagen, sie ist im Januar 2019 trotz ihrer Anordnungen in ihrer Patientenverfügung gegen Grippe geimpft worden von dieser Vertretungsärztin und hatte deswegen eine Thrombose entwickelt.....die als "Sepsis" falsch behandelt wurde. Durch die Medikamente, die sie nicht vertrug.....hat ihr Herz und ihr Körper das nicht mitgemacht.

Auch wenn sie, als die reguläre Hausärztin, wieder da war sofort richtig behandelt wurde - auf Thrombose -  und auch das Schmerzmittel bekam, was sie gut vertrug (Paracetamol) war es mutmaßlich zu spät....  

Meine Mutter hatte noch länger gelebt, als die Ärzte es prognostiziert hatten - nach ihrer Hirnblutung 2004 und besonders nach ihrem Herzinfarkt Anfang 2017. Da wurde von 2 Monaten gesprochen. Was ich aber auch nicht glaubte, so wie meine Mutter drauf war.

Dass sie eines Tages sterben würde war mir klar. 

Sie hatte 2018 oft von dieser Hütte im Wald gesprochen, wovon sie immer wieder träumte.....und wo sie war und sich so zufrieden fühlte und auf UNS,  die sie liebte wartete.....wo auch ihre Eltern waren, Großeltern und mein Vater. So wie alle unsere Hunde.....

Immer wieder erzählte sie davon....




 

Ich war oft 2018 oft Mittags bei ihr. Sie machte schon immer nach dem Mittagessen ein Schläfchen. Auch in dem Heim.

Sie wollte immer, dass ich dann bei ihr bleibe. Einfach da war. Ich sass  neben ihren Bett, während sie schlief. Ich versuchte da schon mich an den Gedanken und die Gefühle zu gewöhnen, dass sie einmal tot wäre....

Oft wurde ich dann sehr traurig.

Wenn sie wach wurde, sah sie mich an lächelte und da wir symbiotisch waren ohne Ende....wusste sie, was mit mir los war und dann erzählte sie von der Hütte........

Wie sie dort auf einem Liegestuhl in der Sonne mit unserem Weffi liegen würde...und auf uns wartete. Ab und zu würde ihre Mutter vorbei kommen oder mein Vater oder die Urgroßeltern....und es wäre so schön und friedlich. Sie würde sich darauf freuen.

 

 


 

Ich liebte diese Geschichte. Sie ist wahr. Meine Mutter wartet im Jenseits in dieser Hütte auf UNS.

Homer ist schon bei ihr.....  

Im Februar 2019 rasierte er sich seine langen Haar ab........

Er hatte schon gesehen, dass meine Mutter das mutmaßlich nicht überleben würde mit dieser Thrombose...das war ein Zeichen von ihm.

 

 


  

Er sah verletzlicher aus ohne seine Mähne........

Ich liebe ihn so sehr und er war und ist für immer der "Sexiest Man alive", ob mit oder ohne Haare..

 


 

In der Nacht ihres Todes lag meine Mutter genauso friedlich auf ihrem Bett, wie während ihrer Mittagsschläfchen.

Ich sass mit Homer daneben.

Sie hatte ein Lächeln auf ihren Lippen.

Im Heim hatte es an dem Abend eine Veranstaltung gegeben mit Tanz und Punsch.

G. erzählte, er hätte mit Mutti kräftig das Tanzbein geschwungen. Sie wäre sehr ausgelassen gewesen und hatte an dem Abend keine Schmerzen gehabt, wegen ihrem Bein.

Dann ist sie auf die Toilette gegangen und ist nicht wieder gekommen.

Sie ist vor dem Waschbecken, vorm Spiegel, gestorben - ihr offener Lippenstift lag noch auf der Ablage......

Ich hatte sie zwei Tage vorher das letzte Mal gesehen. Da wollten wir gehen und sie war noch im Bad. Ich hätte natürlich gewartet. Aber da kam sie raus und sagte: "Ihr wollt' doch nicht gehn', ohne euch von mir zu verabschieden". 

Wir nahmen sie  in den Arm.....mein Homer und ich.

Ja, das war ihre endgültige Verabschiedung von uns auf dieser Welt in diesem Sein...  

G. folgte ihr ein paar Monate später......... ich schrieb darüber in "Jenseitskontakte" und "Der Tod meiner Mutter".

Ja, Mutti erwartet  UNS....... MICH in ihrer Hütte im "Jenseits-Wald"......

 

 

        

 
Damit endet dieser zweite Teil dieses Blogs............und einer wichtigen Ära, mit viel Glück und auch Schmerz auf dieser Welt und es geht weiter in das dunkle bedrohliche Corona-Zeitalter..
 
Hier noch Homers Film - in der er, die Zeit vor Muttis Tod eingefangen hat:
 
 

 
 
 

 

"Die halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge!"

Quentin Average in "Die Sünden von Natchez" von Greg Illes 

 

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Mein Mausebär und ich...der Anfang

Die ersten Jahre...  

Midlife...  

2017 - Teil 1 

2017 - Teil 2  

2018 - Benthe - Sealife - Zuhause  

 2018 - Autofahrt durch Hannover  

 2018 - Ausflug Marienburg 

2018 - Balkonien - Im Bärlauchwald - Geburtstagsfeier - Kalle Pe 

2018 - Hildesheim  

2018 - Anti - Zoo - Hannover Besuch

2018 - Ausklang - Endzeitbeginn


2019 - Gisela geht 

2019 - Das Leben geht weiter 

2019 - Jahresausklang 

 

 

 

    

  

 

 

 

 

 

 

 

   

  

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